Regenwälder sind das grüne Wunder des Lebens auf dem blauen Planeten Erde – nirgendwo sonst ist die Artenvielfalt so gross. Doch wird jedes Jahr die drei- bis vierfache Fläche der Schweiz abgeholzt oder verbrannt, jährlich rund 120’000 bis 150’000 Quadratkilometer Wald. Allein durch die Zerstörung des Regenwalds wird ein Fünftel bis ein Viertel des Klimawandels ausgelöst. Beim Schutz der Urwälder liegt deshalb einer der Schlüssel zur Zukunft der Menschheit.

Soja und Palmöl zerstören den Regenwald

Hauptgrund für die rasch voranschreitende Zerstörung grosser Regenwaldflächen ist die global stark wachsende Nachfrage nach Soja und Palmöl. Soja wird grösstenteils für die industrielle Massentierhaltung und damit für den Fleischkonsum verwendet, Palmöl dient als günstiger und idealer Rohstoff für verschiedenste Produkte wie Kosmetika, Waschmittel und für die Nahrungsmittelindustrie. Indonesien und Malaysia sind die weltweit grössten Produzenten von Palmöl. Der Import von Palmöl in die Schweiz hat sich in den letzten Jahren massiv erhöht, während sich in den Herkunftsländern gewaltige Monokulturen immer weiter ausbreiten: Indigene Menschen und die Tiere und Pflanzen des Waldes verlieren ihre Nahrungsgrundlage und ihren Lebensraum für immer. Das lukrative Geschäft mit den Plantagen wird skrupellos vorangetrieben und richtet irreparable Zerstörungen an.

Ausweitung der Produktion und Korruption

Wie das von Korruption dominierte Geschäft mit Tropenholz und Palmöl in Sarawak funktioniert, konnte der Bruno-Manser-Fonds anhand eigener Ermittlungen aufzeigen: Das Vermögen von Abdul Taib Mahmud, Staatschef und Gouverneur von Sarawak, wuchs in den letzten 30 Jahren auf geschätzte 15 Milliarden Dollar an. In dieser Zeit schrumpfte der Primärregenwald auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Grösse: Die letzten Orang Utans kämpfen heute ums Überleben. Nachhaltiges Palmöl ist eine Illusion, weil es überall dort wächst, wo früher einmal Regenwald stand. Die gigantische Ausweitung der Produktion war und ist nur unter Inkaufnahme gewaltiger Umweltverbrechen möglich. Ein Freihandelsabkommen der Schweiz mit Malaysia und Indonesien würde diese Verbrechen nicht nur legalisieren – es wäre auch ein herber Schlag für die Bemühungen zur Rettung des Regenwalds, zum Erhalt der Artenvielfalt und für die Menschenrechte insgesamt. Deshalb nein zum Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien!

Ölfrüchte beim Abtransport von der Plantage.

2000-Watt-Gesellschaft bringt Chancen und Risiken

Mit den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft hat die Zürcher Bevölkerung die Zeichen der Zeit erkannt und die Weichen richtig gestellt: Damit auch unsere Kinder und Kindeskinder noch eine lebenswerte Zukunft haben, müssen wir unseren Energie- und Rohstoffverbrauch auf ein nachhaltiges Mass reduzieren. Als ETH-Umweltphysiker bin ich mit der Komplexität dieser Herausforderung bestens vertraut und kann mein Fachwissen als Gemeinderat einbringen. Neben Risiken bieten sich Chancen: Der Denkplatz Zürich hat mit den Hochschulen gute Voraussetzungen für den Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft.

Engagement für den Naturschutz und die Energiewende

Als Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Meise engagiere ich mich ehrenamtlich für den Naturschutz und als Verwaltungsmitglied der Solargenossenschaft Katzensee setze ich mich für die Energiewende ein. Jede Genossenschafterin und jeder Genossenschafter wird zum Solarstrom-Produzenten und unterstützt damit den Atomausstieg.

Jetzt handeln für den Regenwald

Beim Schutz der Regenwälder der Erde liegt einer der Schlüssel zur Zukunft der Menschheit: Es geht um Artenschutz, Klimaschutz und den Schutz unserer eigenen Lebensgrundlagen zugleich. Der weltweit wachsende Konsum und die steigende Nachfrage nach Rohstoffen wie Palmöl und Soja zeitigen fatale Folgen für den Regenwald: Jedes Jahr wird weltweit die drei- bis vierfache Fläche der Schweiz abgeholzt oder verbrannt. Für das Leben auf der Erde und das Klima unermesslich kostbarer Regenwald wird dafür zerstört. Ein Viertel bis ein Fünftel des Klimawandels wird allein dadurch verursacht. Über zahlreiche Produkte des täglichen Konsums sind wir alle dafür mitverantwortlich.

Der Grüne Film im GZ Hottingen

Der Grüne Film thematisiert akute ökologische Fragen. Den Auftakt bilden die Filme «Fette Beute – Indonesiens Palmöl-Wüste» am 2. Februar und «Testament des Tebaran» am 6. April 2014 im GZ Hottingen, Hottingersaal. In beiden Filmen werden die Auswirkungen des Palmöl-Booms auf den Regenwald und die Folgen für indigene Menschen, Tiere und Pflanzen gezeigt. Im Anschluss an die Filmvorführungen ist eine Podiumsdiskussion geplant. Mit dem Grünen Film möchten wir für die Dringlichkeit der Umweltthematik sensibilisieren und zum persönlichen Handeln anregen. Denn jeder kleine Beitrag ist wichtig und unser gemeinsames Engagement ist gefragt.

Der Grüne Film: GZ Hottingen, Gemeindestrasse 54, 8032 Zürich, Eintritt frei – Kollekte. Kontakt: In Hottingen steht Ihnen mein Bürgerbüro an der Dolderstrasse 24 offen: Sprechstunde nach Vereinbarung, E-Mail: bbuero@bluewin.ch.

Link zur Filmvorführung im GZ Hottingen: http://www.gz-zh.ch/gz-hottingen/angebote/detail/?tx_zgz%5Buid%5D=5876&tx_zgz%5Bdate%5D=1396735200&cHash=9c9d8555b46141e8f2673383f880ed3d

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Schweizer Einsatz für Menschenrechte darf kein Feigenblatt sein

Die Schweiz versteht sich als humanitärer Sonderfall und als ein Staat, der die Menschenrechte nicht nur im eigenen Land achtet, sondern das sich auf internationaler Ebene aktiv dafür einsetzt. Der Bundesrat bezeichnete den Einsatz für die Menschenrechte wiederholt als eine “Konstante der schweizerischen Aussenpolitik”. Das Engagement dafür erscheint als natürliche Fortsetzung der viel zitierten, humanitären Tradition der Schweiz und als integraler Bestandteil der aussenpolitischen Leitlinie internationaler Solidarität. Die Förderung der Menschenrechte ist als Ziel in der Verfassung verankert und eine Priorität der schweizerischen UNO-Politik. Und unser Land ist Vertragspartei fast aller weltweiten und europäischen Menschenrechtsabkommen. Geht es aber um die gigantischen Profite zum Beispiel aus dem Rohstoffhandel oder aus dem Export von Rüstungsgütern, scheint das vielbeschworene, humanitäre Engagement plötzlich nicht viel mehr zu sein denn ein helvetisches Feigenblatt.

Erst China – jetzt Russland, Weissrussland und Kasachstan?

Nachdem die Schweiz letztes Jahr einen Freihandelsvertrag mit China unterzeichnet hat, soll jetzt ein Abkommen mit Russland folgen. Und im Falle Russlands ist ein Abkommen nur unter gleichzeitigem Einbezug von Weissrussland und Kasachstan zu haben. Es stockt der Atem: Die Zustände in russischen Straflagern, die systematische Verfolgung und Ermordung unabhängiger Journalistinnen und Journalisten sowie systemkritischer Intellektueller in Russland und Weissrussland, Korruption und eine gleichgeschaltete Justiz, schliesslich die Hinrichtung von in Schauprozessen verurteilten, öffentlich vorgeführten Verbrechern in China, die auch zur Organspende dienen – soll über alle Gräueltaten wegen des Profits hinweggesehen werden? Dazu kann es nur eine Antwort geben: Nein! Der Bundesrat, unser Parlament und wir alle sollten uns stattdessen glaubhaft für die Menschenrechte einsetzen.

Mit Energiezonen erneuerbare Energien verstärkt nutzen

Zusammen mit den  Stadtrats- und Gemeinderatswahlen in der Stadt Zürich stimmen wir am 9. Februar über eine wichtige Änderung des kantonalen Planungs- und Baugesetzes ab. Die Gemeinden erhalten bei einem JA neu die Möglichkeit, in ihrer Bau- und Zonenordnung Gebiete festzulegen, in denen die Nutzung erneuerbarer Energien Pflicht ist. Der Kantonsrat hat der Vorlage, die auf eine parlamentarische Initiative der Grünen zurückgeht, bereits zugestimmt.

Sinnvolles Instrument für die lokale Energiepolitik

Für die energietechnische Qualität der Gebäudehülle und die Energieeffizienz der Wärmeerzeugung für Heizung und Warmwasser gelten heute kantonale Grenzwerte. Und Gemeinden können sogenannte Fernwärmegebiete bezeichnen, in denen die Nutzung vorhandener Fernwärme vorgeschrieben werden kann. Die Revision des Baugesetzes bringt nun eine Erweiterung solcher Gebiete auf alle erneuerbaren Energiequellen. Damit erhalten die Gemeinden mehr Freiheit und ein neues Instrument für ihre Energiepolitik. Denn sie wissen am besten, wo die verstärkte Nutzung bestimmter erneuerbarer Energien sinnvoll ist und handeln so lokal für die Energiewende.

Wärmeerzeugung mit der Sonne birgt Potenzial für den Klimaschutz

Neben der fortschrittlichen Gebäudehülle birgt die verstärkte Nutzung der Sonnenenergie für die Erzeugung von Warmwasser zusätzliches Potenzial für den Klimaschutz. Untersuchungen zeigen, dass zahlreiche Dächer für die Sonnenenergienutzung sehr gut geeignet sind. Der Blick von oben zeigt aber leider allzu oft ein ganz anderes Bild: Sehr viele Dachflächen liegen brach. Selbst in den sonnigen Sommermonaten wird Gebrauchswarmwasser im typischen Mehrfamilienhaus mit dem Elektroboiler erzeugt oder mit der nicht erneuerbaren, klimaschädlichen Ressource Erdgas. Kostbare Energie verpufft wegen schlechter Wirkungsgrade und im Überfluss vorhandene, erneuerbare Energie wird gar nicht erst genutzt: Eine mehrfache Ineffizienz! Denn schon ohne Kollektor steigt die Dachtemperatur problemlos auf über 60 Grad. Dieses energetische Potenzial gilt es gezielt zu erschliessen und zu nutzen.

Plus für die Grüne Wirtschaft – Impuls für die 2000-Watt-Gesellschaft

Mit der neuen Möglichkeit ortsspezifischer Energiezonen können Gemeinden das natürlicherweise vorhandene Potenzial planmässig und langfristig erschliessen. So könnte beispielsweise in der Stadt Zürich für Quartiere an gut besonnten Südhängen die Nutzung der Solarenergie zur Pflicht werden. In den Gebieten mit ausreichend Grundwasservorkommen könnte die Nutzung der Grundwasserwärme mittels Wärmepumpe vorgeschrieben werden. Damit wird gewährleistet, dass erneuerbare Energiequellen dort, wo eine Nutzung tatsächlich sinnvoll ist, planmässig und nicht nur sporadisch erschlossen werden. Für die Stadt Zürich bedeutet dies ein weiterer, bedeutsamer Impuls auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft, die mit einem Klimaschutzziel verbunden ist. Mit einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien dürften zudem neue Arbeitsplätze in der Region entstehen. Und viel mehr Geld privater Investoren kann sinnvoll in unsere Zukunft investiert werden – ein echtes Plus somit für die Grüne Wirtschaft und ein echter Mehrwert für uns alle!

Bedeutendes Signal für die ganze Schweiz

Die Annahme der vorgeschlagenen Änderung im kantonalen Planungs- und Baugesetz ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Energiewende. Umweltverbände und ökologisch fortschrittliche Parteien empfehlen deshalb ein JA zu den Energiezonen am 9. Februar. Ein JA zeigt nicht nur, dass die Zürcher Bevölkerung hinter der Energiewende steht, sondern ist ein sehr bedeutendes, positives Signal für die nationale Energiepolitik und die Grüne Wirtschaft.

Stimmen wir Ja zur Änderung des Planungs- und Baugesetzes am 9. Februar!

Link zum Ja-Komitee: http://www.sonnenklar-zh.ch/

sonnenklar

Wasser bedeutet Leben

Das Recht auf Wasser, der Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser und zu sanitären Einrichtungen wurde von der UNO 2010 als Menschenrecht anerkannt und in einer Resolution verankert. In vielen Ländern ist Wasser ein knappes Gut. Gemäss Angaben der UNO stehen rund 80 Prozent aller Erkrankungen in südlichen Ländern in direktem Zusammenhang mit dem Gebrauch von verunreinigtem Wasser. Schätzungsweise 5’000 Kinder sterben deswegen weltweit jeden Tag an den Folgen von Durchfallerkrankungen – alle 17 Sekunden ein Kind. Und im Jahr 2020 wird es auf der Erde voraussichtlich 1 Milliarde Menschen geben, die keinen Zugang zu Wasser in ausreichender Menge und Qualität haben.

Klimawandel verändert den Wasserhaushalt

Der voran schreitende Klimawandel verschärft den Wasserstress in vielen Regionen zusätzlich, die Folge sind neue Flüchtlingsströme in bislang nicht gekanntem Ausmass. Kein Land der Welt kann sich vor den Folgen der Klima- und der Wasserkrise abschotten! Anstatt teure Abwehrmassnahmen zu finanzieren, investiert man Gelder viel besser zur Bekämpfung der Ursachen - dazu gehört die Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Wasserversorgung und -entsorgung.

Die öffentliche Wasserversorgung der Schweiz als Vorbild

Eine öffentliche Wasserversorgung unter demokratischer Kontrolle ist der beste Weg, den Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser für alle zu gewährleisten. Deshalb kommt dem Schweizer Modell der öffentlichen Wasserversorgung international ein Vorbildcharakter zu. Leider aber ist die weltweite Wahrnehmung der Schweiz eine andere. Allen voran verbreitet der Nestlé-Konzern, unterstützt von Lobbygruppen, die frohe Botschaft der Wasserprivatisierung.

Zürich soll Teil der Blue Community Initiative werden – so wie Bern

Die Grünen in der Stadt Zürich fordern, dass sich die Stadt an der “Blue Community Initiative” beteiligt, die ursprünglich in Kanada gestartet wurde. Das Signal aus Zürich wäre ein sehr starkes Zeichen an die grossen Konzerne, die mit dem Wassergeschäft gigantische Profite erwirtschaften und würde all jene Kräfte unterstützen, die in ihren Heimatländern gegen die Wasserprivatisierung ankämpfen. Die Stadt Bern hat diesen Schritt bereits im letzten Herbst vollzogen – ein exzellenter Entscheid der Berner Stadtregierung! Und was Bern recht ist, sollte Zürich erst recht billig sein.

Entwicklungszusammenarbeit der Zürcher Wasserversorgung 

In Zürich aber wollen wir noch einen Schritt weitergehen und fordern, dass sich die Zürcher Wasserversorgung vor dem Hintergrund der geschilderten, globalen Problematik aktiv in einer Entwicklungszusammenarbeit in Form einer Public-Public-Partnership einbringt. Alles andere hiesse tatsächlich den Kopf in den Sand stecken.

Stadtrat kürzt Entwicklungshilfegelder um eine Million Franken

Beiträge der Stadt Zürich an Entwicklungshilfeorganisationen sind kein Luxus, für die betroffenen Menschen ist es eine Lebens- und Überlebenshilfe. Gemäss dem Antrag des Stadtrats wird der Beitrag von 3.5 Mio. Franken im Vorjahresbudget 2013 auf neu 2.5 Mio. fürs 2014 gekürzt. Eine Million Franken weniger: Sowohl aus sozialer wie ökologischer Sicht ist das schmerzhaft.

Es trifft die Armen ohne Stimme

Die Schmerzen entstehen weniger bei uns, als vielmehr bei den schwächsten und bedürftigsten Menschen. Menschen, die keine Stimme haben, um sich bei uns in der Ersten Welt Gehör zu verschaffen. Menschen auch, die an vielen Orten bereits einen hohen Preis für unseren Rohstoffhunger bezahlen. Im Zusammenhang damit muss an die Bedeutung von Wasserprojekten erinnert werden. Rund eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Global denken, lokal handeln bedeutet demnach, dass auch die Stadt Zürich ihren Beitrag zur Verbesserung der oftmals katastrophalen und vielerorts absolut menschenunwürdigen Situationen leisten muss.

Ursachenbekämpfung bei der Flüchtlingsproblematik

So besehen, sind 2.5 Mio. Franken ein bescheidener Beitrag der Stadt. Zumal man damit die Flüchtlingsproblematik an der Wurzel bekämpfen kann, indem Menschen vor Ort bessere Lebensgrundlagen erhalten. Eine weitergehende Kürzung wäre deshalb nicht nur unverantwortlich, sondern blind: In unserer Stadt gibt es demnächst ein Bundesasylzentrum für Flüchtlinge.

Die Analyse von Satellitenaufnahmen zeigt, dass die sommerliche Meereis-Bedeckung der Arktis in diesem Jahr den bisherigen Tiefstwert aus dem Jahr 2007 erreichen wird. Vor vier Jahren war die Ausdehnung des Meereises auf eine Fläche von 4.3 Mio. Quadratkilometer geschrumpft. Die Eisdecke ist derzeit an den Rändern so stark aufgebrochen, dass die Sonneneinstrahlung die oberste Wasserschicht erwärmen kann und die Eisschollen zum schmelzen bringt.
Zwei Faktoren scheinen für den diesjährigen Minusrekord ausschlaggend zu sein. Erstens die Dicke des Meereises. Noch im Jahr 2001 hatte die Meereisdicke durchschnittlich zwei Meter betragen. Messungen des Forschungsschiffs “Polarstern” ergeben einen Durchschnittswert von nur noch 90 cm. Zweitens gibt es einen steten Transport von Meereis in die eisfreien Regionen des Nordpolarmeeres. Dort sind die Wassertemperaturen hoch und Eisschollen, die dorthin driften, schmelzen rasch.

(Quelle: Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven).

Der Leitsatz “global denken – lokal handeln” besitzt nach wie vor und mehr denn je seine Gültigkeit. Im Zusammenhang mit dem Klimaschutz ist er eine gute Grundlage, wie wir uns idealerweise verhalten sollten.
Das oft gehörte Argument, die Schweiz sei viel zu klein, um einen namhaften Beitrag für den Klimaschutz leisten zu können, ist nicht korrekt. Denn erstens gibt es noch viele andere Länder, die sich bei den CO2-Emissionen in der Grössenordnung der Schweiz bewegen. Wenn die alle finden, es sei nicht notwendig, sich für den Klimaschutz zu engagieren, wird es nie einen Fortschritt geben. Zweitens muss man aufpassen, über welche Zahlen man tatsächlich spricht. Zwar fallen die Emissionen der Schweiz absolut gesehen im Vergleich mit den grossen Industrienationen tatsächlich nicht so sehr ins Gewicht. Wir dürfen aber nicht vergessen, zu den im Inland getätigten Emissionen diejenigen zu addieren, die bei der Produktion von Gütern aller Art im Ausland entstehen und die wir anschliessend importieren. Bei den Produzentenländern müsste man die entsprechenden Werte hingegen subtrahieren. Dann sieht die Bilanz etwas anders aus. Leider hat in dieser Angelegenheit wohl niemand die volle Transparenz.

“Global denken – lokal handeln” stimmt aber auch deshalb, weil unser Land als Denk-, Werk- und Finanzplatz technologische Lösungen entwickeln kann, deren Wirkungen nicht auf die Schweiz beschränkt bleiben. Vielmehr entfalten solche Entwicklungen eine weltweite Wirkung und tragen dadurch ebenfalls zu einer Lösung der Klimakrise bei. Innovation entfaltet in diesem Sinne eine Hebelwirkung, die nicht auf unser Land beschränkt bleibt. Dass darin grosse Marktchancen liegen, ist alles andere als eine neue Erkenntnis. Nicht umsonst ist unser Land die Wiege einiger bedeutsamer Weltkonzerne. Für den wirtschaftlichen Erfolg braucht es eine enge Vernetzung von Forschung, Industrie und Kapital. Neben den menschlichen Tugenden, die ein Unternehmer mitbringen sollte. Zusammen mit einem stabilen politischen System und einer Gesetzgebung, die eigenverantwortliches und unternehmerisches Handeln ermöglicht. Wenn die Nachfrage nach umweltfreundlicher Technologie weiter steigt, hat der Anbieter solcher Lösungen gute Chancen auf dem Markt und neue Arbeitsplätze können entstehen.

Drittens schliesslich appelliert die Maxime an die Eigenverantwortung jeder Bürgerin und jeden Bürgers, was sympathisch ist. Wir alle können doch einen kleinen Beitrag leisten, der sich in der Gesamtheit zu einem etwas grösseren Beitrag summiert. Wenn das alle Bürger in allen Ländern so handhaben würden, könnten wir Zeit und Geld sparen und würden erst noch mehr erreichen. Wenn alle von sich aus aus der Einsicht in die längerfristig unabwendbare Notwendigkeit handeln, kommt auch der Staat und mit ihm die Politik unter einen stärkeren Zugzwang und der Prozess beschleunigt sich.

Das Jahr 2010 ist das internationale Jahr der Biodiversität. Nutzen wir diese Gelegenheit, um gemeinsam für den Urwaldschutz aktiv zu werden!

Urwälder sind die Lebensgrundlage des blauen Planeten Erde. Sie existieren seit Millionen von Jahren und sind die Heimat für Millionen indigener Menschen sowie für schätzungsweise zwei Drittel aller an Land lebender Pflanzen und Tiere. Für die Evolution wie für die Erhaltung des Lebens sind die Urwälder von zentraler Bedeutung: Sie reinigen Luft und Wasser und verhindern Bodenerosion. Sie sind Lebensraum, Nahrungsmittelproduzenten, Klima- und Staubfilteranlagen, Sauerstofffabriken, Wolken- und Regenmacher zugleich. Das Wasser, das aus den Regenwäldern im Amazonasbecken in den Atlantik fliesst, umfasst beispielsweise 15 bis 20 Prozent des weltweiten Süsswasserabflusses.

Erschreckend das Ausmass, mit dem die Zerstörung der Urwälder voran schreitet. Nur noch ein Fünftel der ursprünglichen Fläche ist heute mit grossen, intakten Urwäldern bewachsen. Auch diese sind massiv durch Abholzung bedroht. Der weltweit wachsende Konsum und die steigende Nachfrage nach Rohstoffen zeitigen fatale Folgen für den Urwald. Jedes Jahr wird weltweit die drei- bis vierfache Fläche der Schweiz abgeholzt oder verbrannt – jährlich rund 120’000 bis 150’000 Quadratkilometer Wald. Holzbedarf, Ackerbau und Weideland fordern ihren Tribut.

Die Zerstörung der Urwälder bedroht nicht nur das Überleben unzähliger Pflanzen- und Tierarten, sondern beschleunigt auch den Klimawandel. Bei der Brandrodung gelangt gespeicherter Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid CO2 in die Atmosphäre, die Speicherfunktion des Waldes geht verloren. Allein durch die Vernichtung tropischer Wälder gelangen jedes Jahr rund 1.5 Milliarden Tonnen CO2 zusätzlich in die Atmosphäre. Das entspricht einem Viertel bis einem Fünftel der jährlich durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Treibhausgase. Das heisst: Ein Viertel bis ein Fünftel des Klimawandels wird durch die Zerstörung des Regenwalds ausgelöst!

Mit unserem täglichen Konsumverhalten beeinflussen wir alle das, was in diesem Moment im Urwald geschieht. In der Schweiz ist die Waldfläche geschützt, aber auch in unserem Land steigt die Nachfrage nach Palmöl, das als Rohstoff für Nahrungs- und Waschmittel, Kosmetika und sogenannte “Biotreibstoffe” dient, stark an. In den letzten zehn Jahren hat sich der inländische Konsum auf 60’000 Tonnen verdreifacht und erreicht einen neuen Rekordwert. Zur Produktion dieser Menge wird eine Regenwaldfläche von etwa 160 Quadratkilometer benötigt.
Jährlich importiert die Schweiz zudem 250’000 Tonnen Sojabohnen als Futtermittel für die Landwirtschaft, hauptsächlich für die industrielle Fleischproduktion. Es ist entscheidend, ob diese Sojabohnen im Ausland biodiversitätsverträglich produziert werden, oder ob dadurch bedrohte Lebensräume, etwa in Brasilien oder Argentinien, zerstört werden.

Beim Schutz der Urwälder liegt ein Schlüssel zur Zukunft der Menschheit. Urwaldschutz ist Arten- und Klimaschutz! Die kritische globale Erwärmung von über 2 Grad Celsius kann nicht allein damit verhindert werden, indem fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Dafür stammt ein zu grosser Anteil der CO2-Emissionen aus den Rodungen des Regenwaldes.

admin

Wahlkampf: Kalte Finger

Der Schnee und die winterliche Kälte: Beide kamen sie rechtzeitig zum Beginn der Wahlkampf-Standaktionen. An diesem Samstagmorgen herrschen frostige Minusgrade, eine ausreichend warme Kleidung ist somit unerlässlich. Zwei Sockenpaare und Wanderschuhe als Isolation gegen Kälte und Nässe von unten, warme Hosen und insgesamt vier Kleiderschichten in der Mitte sowie eine Mütze als Kopfschutz bilden meine Grundausrüstung zur Kälteabwehr. Finger und Nase bleiben exponiert – weiter einhüllen geht nicht, es wäre dem Austausch mit der potentiellen Wählerschaft nicht förderlich. Handschuhe gehören zwar zwingend zur Grundausrüstung, aber Prospekte sortieren und und verteilen ohne das erforderliche Fingerspitzengefühl? Das geht nicht. Wer sich sorgfältig vorbereitet, das ein Tipp, sortiert seine Flugblätter zuhause an der Wärme. So verschwinden meine Hände zwischendurch in den weit wärmeren Hosentaschen.
Zweite kritische Stelle ist die Nase. Die wird zwar rege durchblutet, aber gleichzeitig von der kalten Atemluft durchströmt, weshalb sie gelegentlich und öfter als normal tropft. Ausreichend Taschentücher mitzubringen, ist deshalb eine Notwendigkeit. Solche aus Recycling-Papier sind im Sinne der Nachhaltigkeit zu bevorzugen. Verschiedene Sorten von Papiertaschentüchern sollte man einmal diesem Härtetest unterziehen. Wer weiss, vielleicht liesse sich daraus gar ein neuartiges Testverfahren entwickeln und vermarkten? “Im Wahlkampf bewährt” wäre dann das Prädikat auf der Verpackung. In aller Regel kann man die Papiertüchlein zwei oder dreimal gebrauchen, denn es geht lediglich darum, Kondenswasser aufzufangen, wofür in erster Linie die Saugkraft gross genug sein muss. Und die ist nicht bei allen Papiersorten gleichermassen ausgeprägt: Technisch-physikalische Aspekte des Wahlkampfs auf den winterlich-kalten Strassen und Plätzen Zürichs.
An diesem Morgen läuft es trotz grosser Kälte recht gut. Ein Stadtrat sorgt mit viel Charisma für gute Stimmung. Glücklich, wer einem Stadtrat die Hand schütteln und ein paar Worte austauschen kann. Negative Äusserungen sind nicht zu vernehmen. Die Grundstimmung ist stets positiv, die Kälte auf der Strasse wirkt offenbar solidarisierend! Und spätestens bei der Kaffeepause im Restaurant wird klar: Die Aktion ist ein Erfolg. Meine von der Kälte geröteten Finger aber sind ausgesprochen dankbar für die Tasse heissen Kaffees.

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